Ähnlich wie bei Zucker tauchen auch zum Thema Salz immer wieder viele Fragen auf: Wie viel ist denn ok für mein Baby? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Natrium und Salz? Warum sollte ich überhaupt meinem Baby unter einem Jahr kein oder sehr wenig Salz geben? Welcher Käse ist denn salzarm und wie mache ich das mit Brot – selbst backen oder einfach weniger geben?
Ich habe zu diesem Thema in meinem alten Blog schon mal einen kurzen Text geschrieben. Über die Monate hat sich jedoch wieder sehr viel getan und es gibt nun auch mehr und stichfestere Informationen dazu. Erst vor wenigen Tagen ist beispielsweise eine große Studie erschienen, die erstmals den Zusammenhang von zu hohem Salzkonsum und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit Todesfällen bestätigt. Bisher wurde nur darüber spekuliert, doch nun scheint es tatsächlich Belege dafür zu geben.

Zu viel Salz kostet zu viele Menschenleben
Die Studie, erschienen im New England Journal of Medicine, geht davon aus, dass zu hoher Salzkonsum an jährlich 1,65 Millionen Toten Schuld sein könnte. Aber auch der komplette Verzicht wäre keine Lösung. Ein gesundes Mittelmaß sollte also gefunden werden.
„Die US-Wissenschaftler um Dariush Mozaffarian von der Harvard School of Public Health untersuchten Daten zur Natriumaufnahme aus 66 Ländern. Sie verglichen insgesamt 205 verschiedene Untersuchungen. Damit konnten sie – laut eigener Aussage – knapp drei Viertel der Weltbevölkerung erfassen. (…) Weiters wurden 107 Studien analysiert, die sich mit den Auswirkungen von Natrium auf den Blutdruck befassen. Dabei prüften sie auch, inwiefern ein zu hoher Blutdruck die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.
Das alarmierende Ergebnis der Analyse: Fast jeder Mensch (99,2 Prozent) überschreitet die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Menge von höchstens zwei Gramm Natrium pro Tag, was in etwa 4,5 Gramm Kochsalz entspricht. Weltweit war die Zahl im Schnitt knapp doppelt so hoch, nämlich 3,95 Gramm Natrium pro Tag.“ (Fokus online, 19.8.2014)

Natürlich funktioniert das nicht immer und meine Einstellung dazu ist, alles mit Maß und Ziel. Wir salzen zum Beispiel so gut wie garnicht nach und würzen lieber mit Kräutern oder Gewürzen. Das Salz beziehen wir aus dem Käse oder anderen Produkten, die von Natur aus schon ausreichend Salzgehalt aufweisen. Wenn es also mal einen salzigeren Käse gibt, achte ich darauf, salzloses Brot dazu anzubieten. Wo wir bereits bei den Tipps zur Senkung der Salzzufuhr wären.

Salzkonsum reduzieren – hilfreiche Tipps

  • reichlich frisches Obst und Gemüse essen, denn eine obst- und gemüsereiche Kost enthält viel Kalium und eine kaliumreiche Ernährung zeigt wiederum eine blutdrucksenkende Wirkung.
  • Vollkornprodukte statt Weißmehlprodukte, weil diese weniger Salz enthalten als Weißmehlprodukte.
  • Fertigprodukte sowie Lebensmittel meiden, bei denen Salz zur Konservierung verwendet wird wie gesalzene oder gepökelte Fleisch- und Wurstwaren. Auch Käse enthält relativ viel Salz, insbesondere Hartkäse, aber auch Schmelzkäse. Da wäre Frischkäse die bessere Wahl. (Eine Liste an Käsesorten, die wenig Natrium bzw Salzgehalt haben, findet sich weiter unten)
  • Bei der Essenszubereitung eher mit Gewürzen und Kräutern statt mit Salz würzen. Beim Essen selbst wenn möglich nicht nachsalzen. (Wir haben anfangs noch viel nachgesalzen, aber mit der Zeit gewöhnt man sich an salzarmes Essen und der Geschmack der Lebensmittel kommt auch sehr viel besser durch!) 
  • Inhaltstabellen lesen!

(http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/salzkonsum-koennte-jaehrlich-1-65-millionen-leben-kosten-a-985645.html)

Weitere Tipps zum Würzen

  • Achtung bei Brühen, Gewürzsalzen, Geschmacksverstärkern und Aromaten (Ketchup, Senf, etc.).
  • Haltet euch nicht an Rezept-Vorgaben: Wenn in einem Rezept Salz vorkommt, ersetzt dieses einfach durch ein anderes Gewürz oder frische Kräuter. Versucht mal Rosmarin, Majoran, Thymian, Estragon, Zwiebel oder Knoblauchpulver, Curry, Pfeffer, Cumin, Ingwer, Koriander, Oregano, Dille, Lorbeerblatt, etc.
  • Mariniert Hähnchenbrust oder Schweinekoteletts in Zitronen- oder Orangensaft
  • Fisch vor dem Braten in Sesam rollen
  • Rindfleisch etwas aufpeppen mit einem Mix aus Zwiebeln, Pfeffer, Salbei und Thymian
  • Für den extra Geschmack (v.a. wenn man z.B. Fisch nicht so mag) etwas Trockenfrüchte oder generell Früchte oder Gemüse hinzufügen (z.B. getrocknete Aprikosen, Rosinen, Cayennepfeffer oder verschiedenste Paprikasorten)
  • Lasst Karotten in Zimt und Muskat etwas brodeln
  • Streut etwas Dille und Petersilie auf Kartoffeln vor dem Braten (oder auch Kümmel; der hilft der Verdauung zusätzlich)
  • Fügt etwas Chillipulver zum Mais hinzu (für Erwachsene und all jene, die es gut vertragen)
  • Bestreut eure Pasta mit frisch gehacktem Knoblauch

Alles Käse, oder was?

Folgende Käsesorten verwenden wir öfter, da sie einen niedrigen bis mittleren Natriumgehalt haben:

  • Ricotta (frischer Käse auf Molkebasis): Hier verwenden wir den von Galbani. Auf der Verpackung ist kein Natriumwert angegeben, er gilt aber als einer der salzärmsten Käse überhaupt.
  • Mascarpone: Einer der fettigsten, wenn auch natriumarmen Frischkäse.
  • Mozzarella: Je nach Hersteller und Marke, variiert der Natriumgehalt, er ist aber einer der natriumärmsten Käsesorten. Z.b. hat der von der Firma „Schärdinger“ 0,2 g auf 100 g
  • Emmentaler: Sehr beliebt bei uns. Hier schwanken die Natriumangaben auch von Hersteller zu Hersteller. Wir haben oft den Heumilchemmentaler von Milfina (0,24g Natrium/100g) oder Woerle, aber manchmal auch den Bergbauern Emmentaler vom Billa (0,6g Salz/100 g).
  • Hüttenkäse: Davon haben wir immer verschiedene Sorten und Marken im Haus. Entweder Natur oder mit Kräutern. Die meisten Hüttenkäse haben kaum mehr als 0,3 g Natrium auf 100 g.
  • Sonstige Frischkäse: Verwende ich gerne für Saucen. Hier haben wir meistens den klassischen Brunch, der ebenfalls 0,3g Natrium auf 100 g hat.
  • Traunsteiner Rauchkäse: Gibt es ab und zu auch, v.a. wenn die Speisen etwas deftiger sein sollen. Er hat einen Natriumgehalt von 0,55 g auf 100 g.
  • Auch Schafkäse kommt bei uns auf den Speiseplan, sehr gerne im Salat. Da die meisten aber in Salzlake sind, versuchen wir diesen Käse eher zu reduzieren. Es gibt aber inzwischen auch einen von „Salakis“, der mit -25% weniger Salz wirbt. Wir haben neulich auch einen vom Hofer getestet (Bio Schafschnittkäse) und für lecker befunden. (0,6g Natrium auf 100 g)
  • Zu Pasta, Nudeln oder Minestrone gönnen wir (Erwachsenen) uns gerne auch mal einen Parmesan, der ziemlich salzig ist.

Die oben angeführten Fakten und persönlichen Erfahrungen sollen dabei helfen den Salzkonsum zu reduzieren. Dennoch muss auch festgehalten werden, dass eine bestimmte Menge an Salz für den Menschen überlebensnotwendig ist! „Ein Erwachsener braucht täglich ca. 1,4 g Salz, um den Salzverlust des Körpers wieder auszugleichen“. (http://www.projekt-gesund-leben.de/2014/08/wie-ungesund-ist-eigentlich-salz/). Im ersten Lebensjahr allerdings sollte der Salzkonsum sehr reduziert sein, bzw. kann gut darauf verzichtet werden, da die Nieren noch nicht so gut damit umgehen und der Salzhaushalt dadurch gestört werden könnte. Wer weiterführende Infos zu diesem Thema benötigt, kann sich gerne die WHO Richtlinien zur Salzzufuhr bei Kindern herunterladen.(engl.)

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Mein Name ist Svetlana Hartig (Lana), ich bin verheiratet und Mama von Elena und Julijan. FreshBaby® war eine Idee, die im Zuge der Beikost mit Elena geboren wurde und die mir jeden Tag aufs Neue eine Freude bereitet. Kochen und Backen ist schon lange mein Hobby. Mit FreshBaby & FreshBaby Family möchte ich mein Wissen und meine Leidenschaft an andere Familien und Institutionen weitergeben und euch und eure Lieben kulinarisch verwöhnen. FreshBaby steht für gesunde und abwechslungsreiche Familienkost und Baby-led Weaning, der selbstbestimmten Beikost für Babys ab 6 Monaten. Unterstützt werde ich dabei von meinem lieben Mann, den beiden Zwergen und vom Thermomix®. Studiert habe ich Politikwissenschaften und Business Management. Derzeit mache ich noch meine Ausbildung zum dipl.Kinderernährungscoach.

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