Baby-led Weaning,der etwas andere Beikostweg

Eingeführt wurde der Begriff Baby-led Weaning (BLW) von der britischen Kinderkrankenschwester Gill Rapley und heißt wörtlich übersetzt „vom Baby gesteuerte Entwöhnung“. Gemeint ist, dass es statt klassischem Breifüttern von Anfang an normale Familienkost gibt und dass sich das Baby in seinem Tempo von der Brust (oder dem Fläschchen entwöhnt/abstillt). Einer der wesentlichen Vorteile dieser Methode der Beikosteinführung ist, dass das Kind ein optimales Sättigungsgefühl entwickelt, was erwiesenermaßen späterem Übergewicht vorbeugt.

Das Baby be-greift seine Nahrung im wahrsten Sinne des Wortes und lernt so relativ früh, sich selbst zu füttern und die ihm angebotenen Speisen.

Wie funktioniert BLW?

  • Das Baby sitzt mit am Familientisch, und isst mit, sobald es dazu bereit ist.
  • Sobald es Interesse zeigt, wird es ermutigt, mit den Händen nach Lebensmitteln zu greifen und sie auf diese Weise selbst zu erforschen (es muss nicht gleich etwas davon essen!).
  • Das Essen wird in Stücke/Portionen zerteilt, die das Baby gut greifen kann. Brei schließt sich dabei nicht aus, jedoch wird es anfangs, wo die Hand-Mund-Koordination noch nicht perfekt ist, wenig davon erwischen.
  • Das Essen wird dem Baby nicht in den Mund geschoben, es isst von Anfang an selbst. Da ich kein Fan von strengen Richtlinien bin (einer der Gründe, warum wir bei beiden Kindern diesen Beikostweg gewählt haben), bleibt es natürlich der Mutter/dem Vater selbst überlassen, seinem Baby bei der Nahrungsaufnahme zu helfen!
  • Es bleibt jedoch dem Baby überlassen, wieviel es isst und wie schnell die Lebensmittelpalette erweitert wird.
  • Das Baby bekommt weiterhin Muttermilch (bzw. Milchnahrung) nach Bedarf und entscheidet selbst, wann es Zeit ist, die Milchmenge zu reduzieren.

Die Empfehlungen lauten, ab 6 vollen Monaten mit BLW anzufangen, da die meisten Babys frühestens erst ab diesem Zeitpunkt sitzen können, die Hand-Mund-Koordination gut funktioniert und das Verdauungssystem besser ausgereift ist. Auch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, nach Möglichkeit 6 Monate voll zu stillen. BLW heißt aber nicht nur, das Baby an gesunde und ausgewogene Nahrung heranzuführen, sondern gleichzeitig auch für sich selbst und die ganze Familie gesünder und abwechslungsreicher zu kochen.

Wenn ihr mehr über BLW erfahren möchtet, könnt ihr euch z.B. die Guidlines von Gill Rapley durchlesen, oder aber gerne einen BLW Workshop mit euren Schätzen bei mir besuchen.

Beikost heißt nicht Ersatzkost
Auch wenn die Zufütterung mit Brei als Beikost bezeichnet wird, so steht dahinter oft an erster Stelle einzelne Milchmahlzeiten zu ersetzen. Anders ist es bei BLW. Da soll die „feste Nahrung nichts ersetzen, sondern ergänzen“. D.h. das Baby bestimmt instinktiv selbst, wann es Zeit ist, die Brust loszulassen. Und da sind wir bereits bei etwas Grundlegendem, was auch mich überzeugt hat:

Es ist ein stressfreierer Weg, sowohl für Mutter als auch für Kind!

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